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Der Rohbau beginnt mit dem Ausheben der Baugrube und dem Bau des Fundaments. Danach wächst das Haus über Außenwände, tragende Wände und Treppen bis hinauf zur Dachkonstruktion in die Höhe. Das Ende dieser ersten Bauphase ist das traditionelle Richtfest. Der Weg dahin führt über verschiedene Schritte, die unterschiedliche Gewerke ausführen.
Ein Rohbau ist ein Bauwerk, das aus einem Fundament einschließlich Fundamentplatte, Außenmauern und einer Dachkonstruktion besteht. Eine bundeseinheitliche Vorgabe über den baulichen Umfang eines Rohbaus gibt es nicht. Stattdessen enthalten die meisten Landesbauordnungen Regelungen, die festlegen, unter welchen Voraussetzungen ein Rohbau fertiggestellt ist. Die landesrechtlichen Bestimmungen gehören zum bauordnungsrechtlichen Verfahren. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, die einzelnen Arbeitsschritte im Zusammenhang mit dem Rohbau in der Baubeschreibung genau festzulegen. So kommen zwischen den Beteiligten wie Bauherren und Bauunternehmen bezüglich der Rahmenbedingungen keine Missverständnisse auf.
Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen, sobald der Dachstuhl fertig ist. Krönender Abschluss der Rohbauarbeiten ist das Richtfest, an dem neben dem Bauherrn alle am Rohbau beteiligten Handwerker teilnehmen und den Abschluss der ersten großen Etappe feiern. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich die fertige Form der Immobilie erahnen, die zuvor nur auf dem Papier existierte. Abschließend findet eine Rohbauabnahme durch einenPrüfstatiker des Bauaufsichtsamtes statt. Er überprüft die vom Statiker erstellten Berechnungen und stellt dadurch sicher, dass die errichtete Immobilie standsicher ist. Nach der Rohbauabnahme kann der Innenausbau beginnen.
Abhängig von der Größe, der Bauart und der Bauweise sind am Rohbau eines Gebäudes unterschiedlich viele Gewerke beteiligt. Zu den wichtigsten gehören Architekten, Stahlbetonbauer, Holzbauer, Zimmerleute und Maurern, die zusammen den Rohbau errichten. All diese Gewerke müssen Bauherren auswählen, koordinieren und überwachen. Bei größeren Bauvorhaben ist es auch möglich, einen Generalunternehmer zu beauftragen. Dieser übernimmt all diese Aufgaben für den Bauherrn.

Vor Beginn der eigentlichen Bauphase muss man das Grundstück abstecken. Für das angelieferte Baumaterial sowie für den Erdaushub sollte man dabei leicht erreichbare Bereiche ausweisen. Mit schwerem Gerät kann man dann den Boden für das Fundament ausheben, wobei man den Erdaushub auf dem Grundstück lagert oder abtransportieren lässt. Es folgt die Einrichtung der eigentlichen Baustelle für die Gerätschaften und für die Handwerker sowie die Gestaltung der Baugrube, um ausreichend Platz für die beginnenden Bauarbeiten zu haben.

Die Dauer des Rohbaus hängt von der Beschaffenheit und der Größe einer Immobilie ab und ob es sich um ein Fertighaus oder um ein Haus in Massivbauweise handelt – wobei es auch Mischformen geben kann. Bei einer Grundfläche von 200 Quadratmetern beispielsweise kann man sich auf eine Bauzeit von drei Wochen einstellen, die bei Fertighäusern deutlich geringer ausfällt. Die durchschnittlichenRohbaukostenpro qm (Quadratmeter) liegen in Deutschland beispielsweise für ein Einfamilienhaus bei rund 507 Euro. Auch der Zeitpunkt für die Rohbauarbeiten ist wichtig: Schlechte Wetterbedingungen beim Rohbau können nämlich zu langfristigen Schäden der Bausubstanz führen. So kann sich beispielsweise Frost ausdehnen und Risse verursachen.