COWORKING


Da es in vielen Berufen nicht mehr nötig ist, zu festen Arbeitszeiten Im Unternehmen anwesend zu sein, gibt es immer mehr ortsunabhängige Arbeitnehmer. Diese sind auf der Suche nach einer Alternative zum Home Office. Anstatt ein kostspieliges Büro anzumieten, arbeiten vor allem die Millennials gern von einem Coworking Space aus. So ist es möglich, auf Wunsch täglich den Arbeitsplatz zu wechseln, aber dennoch mit Gleichgesinnten zu arbeiten, voneinander zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Diese Entwicklung hat auch auf den Immobilienmarkt Einfluss, denn die Nachfrage nach entsprechenden Coworking-Räumen steigt.
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Definition Coworking


Seit 2005, parallel mit der Verlagerung vieler Arbeitsprozesse in das Internet, ist Coworking ein feststehender Begriff. Die sogenannten Collaborative Workspaces ersetzen vor allem für Selbstständige, Gründer, Digitale Nomaden und Corporates das klassische Home Office. Zwar stellt das Coworking Office nicht den alleinigen Arbeitsort dar, aber viele Menschen nutzen diese Möglichkeit an mindestens drei Tagen der Woche. In der offenen, großzügigen Fläche können Interessierte sich nach einem Flatrate-Tarif einmieten. Sie erhalten dafür zuverlässiges Internet, eine Stromverbindung, einen gemütlichen Arbeitsplatz und die Möglichkeit, sich mit anderen Freiberuflern oder Digitalen Nomaden zu vernetzen. Auch Gruppenräume und Präsentationsmöglichkeiten sind in einem Coworking Space normalerweise vorhanden. 2019 gibt es in allen größeren Städten Deutschlands mehrere Anbieter, die häufig neben dem Open Space Office weitere Annehmlichkeiten wie ein Fitnessstudio oder ein Café anbieten.

Coworking klingt zunächst ähnlich wie das Konzept des Business Centers, das ebenfalls auf vermietbaren Arbeitsplätzen basiert. Im Gegensatz zu einem großen, weitgehend anonymen Center stellt Coworking jedoch die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Hier arbeiten die Mieter der Plätze nicht nur neben-, sondern auch miteinander. Jungunternehmer lernen von etablierten Unternehmensgründern, Selbstständige knüpfen Kontakte mit Corporates. Oft findet dieser Community-Gedanke Ausdruck in gemeinsamen Veranstaltungen, die eine Gemeinschaft aufbauen und Möglichkeiten zum Networking bieten. Zudem gibt es Workshops und Vorträge, die nicht selten direkt im Coworking Space stattfinden.

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Der Beginn des kollaborativen Arbeitens


2018 zeigte eine deutschlandweite Umfrage des Immobiliendienstleisters Colliers International, dass Coworking kein kurzzeitiger Trend ist, sondern auch weiterhin größere Verbreitung findet.1 Dafür ist wesentlich das Internet verantwortlich, das viele Berufe flexibler und ganz neue Berufsbilder erst möglich gemacht hat. Coworking ist die Weiterentwicklung des Umstandes, dass immer mehr Laptop-Nutzer den freien Internetzugang von Büchereien und Cafés nutzten. Neben der Chance, täglich an einem anderen Ort zu arbeiten und auch in fremden Städten dank einer schnellen Online-Suche eine freundliche Arbeitsatmosphäre zu finden, bietet Coworking noch mehr: Besonders das kollaborative Arbeiten hat sich als beliebt herausgestellt. Denn obwohl Freiberufler oder Digitale Nomaden ihre Selbständigkeit sehr schätzen, wünschen sie sich Zugleich eine Gemeinschaft. Inzwischen gibt es mehrere kommerzielle Ketten von Anbietern solcher Spaces, die in vielen großen Städten der Welt eine Niederlassung haben. In Deutschland hatte Coworking 2017 ein Marktvolumen von 5 %, mit steigender Tendenz.
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Vorteile des Open Space Office


Es gibt viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für einen Coworking Space. Selbst etablierte Unternehmen mit eigenen Büroräumen mieten einige Plätze in einem Open Space Office an, um dort Workshops oder Trainings durchzuführen. Die offene Gestaltung, die moderne Einrichtung und die kreative Atmosphäre stellen eine willkommene Abwechslung vom normalen Büroalltag dar. Auch Start-ups und andere Unternehmen, die internetbasiert arbeiten, können für regelmäßige Treffen und Besprechungen einen Coworking Space mieten. Dank der flexiblen Einrichtung, der offenen Gemeinschaft und der vielen arbeitsbezogenen Veranstaltungen ist es in Coworking Offices besonders leicht, untereinander zu netzwerken. Zudem stellt das Ausprobieren neuer Arbeitsplätze einen großen Vorteil dar: Wer ortsunabhängig unterwegs ist, kann in einem Coworking Space Anschluss finden, neue Kollegen kennenlernen und Kooperationen ins Leben rufen. Neben den kommunikativen und sozialen Aspekten können Coworking Spaces auch zu erhöhter Effizienz, mehr Mitarbeiterzufriedenheit und einer guten Work-Life-Balance führen. Zudem werden Ressourcen geschont.

Eine Studie der Technischen Universität Darmstadt hebt 2018 insgesamt sieben Hauptgründe für die Nutzung von Coworking Spaces hervor:

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Die Nutzer von Shared Offices


Die folgenden Nutzergruppen sind in einem Coworking Space üblicherweise anzutreffen:

  • Digitale Nomaden
  • Selbstständige, insbesondere Designer, Künstler und IT-Profis
  • Start-Ups, Gründer und Jungunternehmer
  • ausgekoppelte Bereiche großer Unternehmen

Die Tatsache, dass die Nutzung eines Coworking Space keine monatlichen Mieten erfordert, sondern auf Wunsch sogar stundenweise abgerechnet werden kann, ist ein großer Vorteil für Freiberufler. Auch Digitale Nomaden, die immer wieder eine neue Stadt aufsuchen, sind in Coworking Spaces richtiggehend zuhause. Daher ist es auch interessant, sich mit dem nächsten Schritt zu befassen: Beim Coliving wird der Collaborative Workspace mit verschiedenen Zimmern und Wohnungen kombiniert, die sich ebenfalls flexibel mieten lassen. Annehmlichkeiten wie ein Fitnessstudio oder eine gemeinsame Dachterrasse sorgen für eine Kombination aus Wohnen und Arbeiten, die vor allem von Millennials geschätzt wird. Dies könnte die Zukunft der Arbeit für unzählige Berufsgruppen darstellen.

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Die Bedeutung des Networkings für Coworking Spaces


Sowohl im Coworking Space selbst als auch auf der Ebene der Investoren treffen verschiedene Personengruppen aufeinander: Neben Einzelunternehmern und Firmen aus dem Mittelstand sind auch Großkonzerne in dieser neuen Art des Büros vertreten, was ganz neue Möglichkeiten des Austauschs, des Networkings und der Zusammenarbeit eröffnet. Daher sind Collaborative Workspaces, also Arbeitsplätze speziell für die Zusammenarbeit, so einzigartig. Neben den großen kommerziellen Anbietern für Shared Offices gibt es auch kleinere Anbieter, die in innovative Coworking-Lösungen investieren. Alleinstellungsmerkmale wie eine Kaffee- und Obst-Flatrate, das Mitbringen eines Haustiers oder ein Tischkicker sind wichtig, um sich bei dem großen Wettbewerb auf dem Markt für Coworking Spaces von der Masse abzuheben.

1  https://www.colliers.de/presse/coworking-brauchen-wir-das-zur-zukunftsfaehigkeit-von-coworking-centern/