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Unter Remote-Arbeit versteht man ortsunabhängiges Arbeiten im Home Office oder anderorts. Es bringt Vorteile, benötigt aber klare Regeln.
Remote-Arbeit bedeutet zeitlich flexibel und ortsunabhängig zu arbeiten. Das kann im Home Office und an anderen Orten außerhalb des Büros der Fall sein. Als Fernarbeit bietet dieses Modell Vorteile in Form von Freiräumen und Kosteneinsparungen. Remote-Arbeit funktioniert jedoch nur dann, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Nachteile des flexiblen Arbeitens kennen, einige Voraussetzungen beachten und die Herausforderungen gemeinsam meistern.
Für den Begriff Remote-Arbeit gibt es 2019 noch keine gesetzliche Definition. Als Synonyme sind die Bezeichnungen mobiles Arbeiten, Remote Work, Mobile Office und Fernarbeit gebräuchlich. Remote-Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass Personen ortsunabhängig arbeiten: Sie sind bei ihrer Tätigkeit weder an das Büro noch an den häuslichen Schreibtisch gebunden. Teils entfallen auch fixe Arbeitszeiten. Die Mitarbeiter können mithilfe von mobilen Geräten wie Laptops, Smartphones und Tablets flexibel arbeiten. Remote-Arbeit ist daher nicht dasselbe wie das weithin bekannte Home Office: Arbeitnehmer, die Fernarbeit ausüben, können, müssen aber nicht von zu Hause aus ihre Arbeit erledigen. Als mobiles Büro kommen auch ein Café, ein Park, der Strand oder andere Orte in Betracht.
Der Standort spielt keine Rolle: Fernarbeit kommt auch Unternehmen zugute, deren Niederlassungen sich an entlegenen Standorten befinden. Die Mitarbeiter müssen nicht zur Arbeit pendeln und ersparen sich lange Anfahrtswege. Bei Remote-Arbeit sind selbst Arbeitsverhältnisse zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern möglich, die tausende Kilometer und mehrere Zeitzonen voneinander entfernt sind. Mitarbeiter können demnach in Ländern mit geringeren Lebenshaltungskosten leben und dennoch Gehälter nach europäischen Standards beziehen.

Wie der Arbeitgeber erfolgreiche Remote-Arbeit für sich und seine Beschäftigten definiert, ist eine individuelle Entscheidung. Unternehmen, die Home Office als Arbeitsmodell anbieten, vereinbaren mit ihren Mitarbeitern meist fixe Anwesenheitszeiten, Erreichbarkeit am Telefon und die Teilnahme an Meetings. Bei manchen Unternehmen steht es den Beschäftigten frei, ein bis zwei Arbeitstage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Die übrige Arbeitszeit sind sie im Unternehmen anwesend. Das Arbeitsmodell Home Office setzt in jedem Fall eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer voraus. Mobiles Arbeiten funktioniert nur dann, wenn sich beide Seiten an diese Regeln halten. Vereinbaren beide Parteien beispielsweise Telearbeit, richtet das Unternehmen im Privatbereich des Mitarbeiters einen fixen Bildschirmarbeitsplatz ein, den er für eine klar festgelegte wöchentliche Arbeitszeit nutzt. Die Bedingungen für die Telearbeit regelt der Arbeitsvertrag.
Erfolgreiche Remote-Arbeit setzt aber auch gegenseitiges Vertrauen und eine regelmäßige Kommunikation voraus. Die Mitarbeiter können sich via Telefon, E-Mail und anderen Messaging-Diensten austauschen. Für Arbeitnehmer ist es zudem wichtig, mit Disziplin, einem genauen Zeitplan und anderen Maßnahmen die eigeneProduktivität im Home Office zu fördern. Sie sollten die Aufgaben, die sie in Heimarbeit erledigen, detailliert dokumentieren.
Mit der Fernarbeit fallen die direkten sozialen Kontakte am Arbeitsplatz weg. Es gibt beispielsweise keine Kaffeepausen mit den Arbeitskollegen und wichtige Kommunikationssignale wie die Körpersprache und Mimik sind nicht wahrnehmbar. Diese fehlenden Kontakte können dazu führen, dass sich Mitarbeiter im Home Office einsam und nicht als vollwertige Teammitglieder fühlen. Dies kann sich auch negativ auf das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen auswirken.
Fehlende Vorgaben des Vorgesetzten bringen Herausforderungen beim Zeitmanagement mit sich. Auch die Absprache mit den Arbeitskollegen bei Teamprojekten ist im Home Office schwieriger. Es besteht die Gefahr, dass der Informationsaustausch zwischen dem Mitarbeiter und dem Unternehmen leidet. In der Regel fällt bei Remote-Arbeit das Arbeitspensum höher aus, weil die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit leicht verschwimmen können.

Die räumliche Distanz bei der Fernarbeit bedeutet, dass die Mitarbeiter und deren Leistungen für den Arbeitgeber nicht unmittelbar sichtbar sind. Dies kann dazu führen, dass diese Beschäftigten zu wenig Lob vom Vorgesetzten erhalten. Wertschätzung ist aber ein wichtiger Motivationsfaktor: Bekommt ein Mitarbeiter im Home Office zu wenig anerkennende Worte, besteht die Gefahr, dass seine Motivation nachlässt und sich seine Arbeitsleistung vermindert. Dies wirkt sich auf lange Sicht negativ auf die Produktivität des Unternehmens aus. Umgekehrt fällt es den Führungskräften schwerer, die Beschäftigten einzuschätzen und deren Arbeitsverhalten zu beurteilen. Deshalb sind bei Fernarbeit Lohnerhöhungen und Beförderungen seltener.
Nicht jeder Mitarbeiter eignet sich für Remote-Arbeit. Arbeitgeber sind daher gefordert, herauszufinden, welche Personen produktiv ortsunabhängig arbeiten können und welche nicht. Bestimmte Berufsgruppen – wie beispielsweise Entwickler – kommen im Home Office gut zurecht. Andere Sparten wie zum Beispiel Verkauf und Kundendienst, die viel kommunizieren, ziehen aus der physischen Anwesenheit im Team Vorteile. Ob Fernarbeit funktioniert oder nicht, hängt nicht nur vom Berufsbild, sondern auch vom Wesen des Einzelnen ab. Ein möglicher Lösungsansatz besteht darin, externe Mitarbeiter zu beschäftigen, die mit dem Modell Home Office vertraut sind und bereits flexibel gearbeitet haben.
Um die Herausforderung der Isolation und mangelnden Teamzugehörigkeit zu bewältigen, können Unternehmen regelmäßig Meetings und Ausflüge zum Teambuilding veranstalten, an denen auch die Mitarbeiter im Home Office teilnehmen. Eine sinnvolle Lösung besteht zudem darin, die Fernarbeit auf ein bis zwei Tage pro Woche zu beschränken und den Rest der Arbeitszeit in das Büro zu verlegen.