ELEKTRO­INSTALLATION


Der Begriff Elektroinstallation fast alle Niederspannungsanlagen in Gebäuden unterschiedlicher Art zusammen. Das betrifft neben Beleuchtung und Steckdosen auch Heizungsanlagen, Anlagen zur Stromerzeugung und Datenverbindungen, die vor allem für ein Smart Office wichtig sind. Eine sorgfältige Planung der elektrischen Installation ist für Wohngebäude, Großbauten und Fertigbauten unerlässlich.

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Definition Elektroshy;installation im Haus


Der Arbeitsbereich des Elektrikers ist groß: Der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (früher: Elektroinstallateur) ist zuständig für alle elektrischen Komponenten im Haus. Das betrifft vorwiegend die Errichtung und Instandhaltung von

  • Kabeln und Leitungen,
  • Beleuchtung,
  • Hausanschlüssen,
  • Zählerschränken und Verteilungen,
  • verdrahteten und drahtlosen Netzwerkverbindungen,
  • BUS-Systemen zur Datenübertragung,
  • Photovoltaikanlagen,
  • Teilen der Heizungsanlage.
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Wichtige Normen im Bereich der Elektrotechnik


Die wichtigste Vorschrift für den Elektrofachmann ist die DIN VDE 0100. Sie enthält alle grundlegenden Vorschriften über Elektroanlagen für Wohngebäuden und Gewerbebauten und legt fest, worauf bei der Errichtung und Inbetriebnahme zu achten ist. Außerdem schreibt sie Prüfungen zur Betriebssicherheit vor.

Die Vorschriften der DIN 1053 sind entscheidend, falls es nur möglich sein sollte, Elektroleitungen erst im bereits fertigen Mauerwerk in Schlitzen zu verlegen. Die Normen stellen klare Regeln bezüglich Schlitztiefe, -länge und -breite auf, an die man sich halten muss, um die Stabilität der Wände zu gewährleisten.

Eine weitere wichtige Vorschrift ist die DIN VDE 18015: Sie enthält Bestimmungen zur Größe der Elektroverteilungen und zur Mindestanzahl der Stromkreise in Wohnungen nach Quadratmetern. Außerdem schreibt sie den Einsatz von mehreren RCDs (Schutzschaltern) zum Personenschutz in jeder Verteilung vor.

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Installationszonen


Die Elektroinstallation in Gebäuden darf man nicht willkürlich, sondern nur anhand von Vorschriften vornehmen. Diese legen genau fest, in welchen Winkeln und Bereichen man Leitungen verlegen darf. Hier ist besonders der Abstand von Böden, Decken und Wänden wichtig: Diese Installationszonen (auch Verlegezonen) regelt die DIN 18015. Besondere Vorschriften und Sicherheitsabstände gelten dabei in Räumen mit Badewannen und Duschen.

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Die Verlegearten von Leitungen


Die Verlegung der Elektroleitungen erfolgt grundsätzlich auf drei Arten:

  • auf Putz,
  • im Putz,
  • unter Putz.

Die Elektroinstallation auf Putz bedeutet, dass man die Leitungen sichtbar in Kanälen oder Rohren verlegt. Diese Variante findet bei Neubauten kaum Anwendung. Sie kommt überwiegend in wenig genutzten Räumen wie Garagen und Kellern oder bei nachträglichen Installationen zum Einsatz.

Eine Verlegung im Putz bedeutet, dass sich die Leitung nicht im Mauerwerk befindet, aber unsichtbar im Putz. Diese Methode nutzte man in den 80er- und 90er-Jahren häufig. Dabei nagelte man flache Stegleitungen auf die Wand und überputzte sie anschließend. Bei der Verwendung von runden Normleitungen ist diese Methode jedoch unpraktisch, da diese Kabel dicker sind und die Putzschicht dementsprechend dicker sein müsste.

Bei der Verlegung unter Putz versteckt man die Leitung im Mauerwerk. Hierzu nutzt der Elektroinstallateur entweder vorhandene Löcher im Stein oder versieht das fertige Mauerwerk nachträglich mit Schlitzen. Die Vorschriften für Schlitze stehen in der DIN 1053.

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Installation von Netzwerktechnik und Datenleitungen


Bei der Installation von Netzwerkleitungen und anderen Datenleitungen gelten teilweise andere Vorschriften als bei normalen Stromleitungen. Diese stellen die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) der Anlage sicher und sorgen dafür, dass die Datenleitungen weder Personen noch andere Anlagenteile beeinflussen. Es gelten zudem Mindestabstände zwischen Leitungen zur Energieversorgung und Datenleitungen. Diese Abstände und weitere Bestimmungen für Datennetze findet man in der DIN EN 50174.

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Elektroanlage planen – Arten der Installa­tion


Es gibt zwei Methoden für den Aufbau der Elektroanlage. Die gewünschte Form ist entscheidend für die weitere Planung. Die Elektroinstallation kann dabei entweder zentral oder dezentral erfolgen.

Eine zentrale Installation stellte über viele Jahrzehnte die einzig mögliche Methode dar. Hierbei nutzt man eine zentrale Elektroverteilung, von der aus Leitungen zu den einzelnen Verbrauchern verlaufen. In diesem Verteiler finden sich auch Komponenten für die Vernetzung und Automatisierung des Gebäudes. Zur Vereinfachung der Installation unterteilt man jedoch große Gebäude in Gebäudeteile, die jeweils über einen eigenen Verteiler verfügen.

Bei der dezentralen Elektroinstallation gibt es keine groß angelegten Elektroverteilungen. Hier führen die Versorgungsleitungen durch alle Teile des Gebäudes und werden an mehreren Stellen abgegriffen. Die Absicherung erfolgt direkt am Zugriffspunkt. Ein ähnliches System ist auch in der Datentechnik (z. B. AS-Interface) erfolgreich. Die größten Vorteile dieser Variante sind insgesamt kürzere Leitungen, eine deutlich höhere Flexibilität der Elektroanlage und ein besserer Brandschutz.

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Der Übersichtsschaltplan – ein wichtiges Planungsinstrument


Während der Planungsphase eines Gebäudes erfolgt die Festlegung der Position aller elektrischen Bauteile wie Schalter und Verteiler. Es empfiehlt sich daher, bereits jetzt mit der Lichtplanung zu beginnen. Für die anschließende Elektroinstallation ist der Übersichtsschaltplan besonders wichtig. Dabei handelt es sich um einen Stromlaufplan in vereinfachter Darstellung. Er zeigt die Positionen aller elektrischen Bauteile und Leitungen. Zur besseren Übersicht stellt der Plan jedoch die Leitungen nicht in gänzlicher Anzahl und Größe dar.

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Besonderheiten der Installation in verschiedenen Gebäudetypen


In Wohngebäuden muss man alle geltenden Vorschriften der Elektroinstallation einhalten. Diese dienen dazu, eine Gefährdung der Bewohner durch elektrische Komponenten auszuschließen. Der oder die Verteiler platziert man außerdem an einem gut zugänglichen Ort.

Großbauten wie Bürokomplexe stellen größere Anforderungen an die Planung der elektrischen Anlage: Beispielsweise muss man deutlich größere Mittelspannungsanlagen einbauen. Verteilungen kommen hier nicht in den Gängen, sondern in abschließbaren elektrischen Betriebsräumen unter. Auch im Bereich der Gebäudeautomation gibt es bei Großbauten höhere Anforderungen.

In Fertigbauten stellt man die Wände üblicherweise fertig auf und man muss sie nicht verputzen. Dadurch ist es nicht möglich, die Leitungen in der fertigen Wand in Schlitzen zu verlegen. Beim Bau der Teile werden sie aber in dafür vorgesehene Kanäle eingelegt. Nachträgliche Änderungen erfolgen über Aufputz-Kabelkanäle oder Fußleistenkanäle. Es gelten dabei die gleichen DIN- und VDE-Vorschriften wie bei anderen Gebäuden.