ARBEITSPLATZGESTALTUNG


Sowohl gesetzliche Vorgaben als auch wirtschaftliche Aspekte wie etwa die Produktivität und Motivation der Mitarbeiter beeinflussen die Entscheidung, den Arbeitsplatz ergonomisch und ansprechend zu gestalten. Hinzu kommen Krankheiten der Neuzeit, die bei sitzenden Tätigkeiten häufiger auftreten und zu hohen Fehlzeiten der Mitarbeiter führen können. Arbeitgeber sollten daher in eine verbesserte Arbeitsplatzgestaltung investieren, die nicht nur den gängigen DIN-Normen, sondern auch ergonomischen und anthropometrischen Standards entspricht. Für Investoren, die beispielsweise einen Coworking Space eröffnen möchten, ist die Arbeitsplatzgestaltung ebenfalls ein wichtiges Thema.

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Arbeitsplatz­gestaltung im Büro


Zur Arbeitsplatzgestaltung gehören neben einem geeigneten Mobiliar auch die Hardware, der Büroraum sowie die Umgebung. Sie sollten zusammen ein stimmiges Bild ergeben und dazu führen, dass Mitarbeiter gern und produktiv ihren Bildschirmarbeitsplatz nutzen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Ergonomie: Sie widmet sich Aspekten wie dem Verhältnis zwischen Sitz- und Steharbeitszeit, den genutzten Handwerkszeugen, der Beleuchtung und der Farbgestaltung der Arbeitsumgebung. Wer einen Arbeitsplatz einrichtet, sollte sich mit diesen Prinzipien ausführlich beschäftigen. Arbeitgeber und Büroausstatter können sich bei der Einrichtung des Büros zunächst an den DIN-Normen EN ISO 6385 und EN ISO 26800, die Vorgaben zur ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen machen, orientieren. Je nach Arbeitsbereich muss man außerdem Gesetze und Verordnungen wie beispielsweise das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und auch das Mutterschutzgesetz beachten.

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Mitarbeiter­motivation durch korrekte Arbeits­platzgestaltung


Eine gelungene Arbeitsplatzgestaltung sollte aber nicht nur die relevanten Vorgaben erfüllen, sondern hat auch wichtige Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Wenn sich diese an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, arbeiten sie produktiver und sind motivierter. Für immer mehr Arbeitnehmer ist eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sogar ein wichtiger Grund, sich für oder gegen ein Unternehmen zu entscheiden. Die Mitarbeitermotivation lässt sich außerdem durch fröhliche Farben oder verschiedene Arbeitsplatzmöglichkeiten wie Steh- oder Sitzarbeitsplätze erhöhen. Der normale Bildschirmarbeitsplatz wird dadurch attraktiver und vielfältiger. Interessant ist es auch, sich mit der partizipativen Büroraumgestaltung zu beschäftigen, bei der die Mitarbeiter selbst Vorschläge machen und Änderungen durchführen dürfen. Darüber hinaus ist die verbesserte Gesundheit der Mitarbeiter, die dank ergonomischer Sitzmöbel beispielsweise seltener an Rückenschmerzen leiden, wichtig für die Motivation im Unternehmen. Die Arbeitsplatzgestaltung spielt daher auch beim betrieblichen Gesundheitsmanagement eine Rolle.

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Anthropometrische und ergonomische Arbeitsplatz­gestaltung


Der Begriff „Ergonomie“ spielt bei der Arbeitsplatzgestaltung eine zentrale Rolle. Diese Wissenschaft beschäftigt sich mit den Leistungsmöglichkeiten und Leistungsgrenzen von arbeitenden Menschen. Auf der Basis dieser Erkenntnis kann man die Arbeitsmittel anpassen, um so das Arbeitsleben zu erleichtern, was wiederum die Ergebnisse der Arbeit verbessert. Die Anthropometrie stellt einen Bereich der Ergonomie dar. Hierbei geht es darum, die menschlichen Körpermaße zu ermitteln und die nötigen, individuell unterschiedlichen Anpassungen vorzunehmen. So erhält jeder die perfekt zu ihm oder ihr passenden Arbeitsmittel. Dabei lautet der Grundsatz, die Arbeit an den Menschen anzupassen, und nicht umgekehrt. Heutzutage geht es bei der Ergonomie und Anthropometrie hauptsächlich um die Arbeit am Computer. Der Greifraum, der Sehraum, der Beinraum, die Bewegungsfreiheit und die Höhe des Arbeitsplatzes spielen eine wichtige Rolle. Empfehlenswert sind höhenverstellbare Tische und Stühle, die sich an den jeweiligen Nutzer des Arbeitsplatzes anpassen lassen. Dabei sollte man auch die gewünschte Körperhaltung berücksichtigen.

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Weitere Bereiche der Arbeitsplatz­gestaltung – Steharbeitsplatz und Co.


Die Verbesserung des Arbeitsplatzes beginnt meist bei den Möbeln: Neben den Stühlen verdienen die Arbeitstische besondere Aufmerksamkeit. Im Idealfall ist an ihnen sowohl das Arbeiten im Sitzen als auch im Stehen möglich. Hierfür bieten sich höhenverstellbare Schreibtische an, die sich per Knopfdruck hoch- und runterfahren lassen. Dabei muss man allerdings auch die unmittelbare Umgebung berücksichtigen, um beispielsweise einen Mindestabstand zum Nachbarn und ausreichend Bewegungsfreiheit zu erlauben. Empfehlenswert ist es, eine Mischung aus Sitz- und Steharbeit zu ermöglichen. So können Mitarbeiter ihre Durchblutung anregen, an ihrer Haltung arbeiten und außerdem die Perspektive wechseln, was die Kreativität verbessern kann.

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Bei der Bildschirmarbeit ist – egal ob im Stehen oder Sitzen – der Sehraum besonders wichtig: Idealerweise sollte der Blick bei einer entspannten Körperhaltung leicht nach unten geneigt sein. Hardware wie der Bildschirm oder die Tastatur sollte man daher bei der Arbeitsplatzgestaltung rund um diese Blicklinie angeordnen. Die Hände sollten bequem auf der Tastatur und der Maus ruhen können, wobei ein Abstand von 10 cm zwischen Tastatur und Tischkante empfehlenswert ist. Auch bei stehender Bildschirmarbeit ist es wichtig, dass der Monitor nicht zu hoch angebracht ist. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, die Arbeit durch eine ansprechende Gestaltung des Büros für Mitarbeiter so angenehm wie möglich zu machen. Arbeitsfördernde Musik und dämmende Fenster, aber auch Zimmerpflanzen oder fröhliche Wandfarben mit inspirierenden Bildern tragen zu einem produktiven Arbeitsplatz bei.