WOHNEN AUF ZEIT


Globalisierung und Digitalisierung als wichtige Trends in der Arbeitswelt verändern nicht nur den Alltag, sondern auch die Wohnansprüche von modernen Arbeitnehmern. Unternehmen bieten daher immer häufiger das Wohnen auf Zeit an. Dies ist – etwa in Form eines Serviced Apartments – zum Beispiel für Mitarbeiter auf Dienstreise oder Secondment von Vorteil. Aber auch unmöblierte Wohnungen oder Zimmer für Digitale Nomaden gehören zu dieser neuen Art von Immobilien. Für Investoren ist es daher interessant, einfache Möglichkeiten für temporäres Wohnen anzubieten – so erreichen sie eine ganz neue Zielgruppe.

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Definition Wohnen auf Zeit


Beim Wohnen auf Zeit wird Wohnraum für einen befristeten Zeitraum angeboten. Je nach Anbieter ist es möglich, die Wohnung wöchentlich oder monatlich zu kündigen. Dieses Wohnkonzept hat seinen Ursprung in den USA, wo Dienstreisende zunehmend nach voll möblierten, komfortablen und Home-Office-tauglichen Wohnungen suchen. Auch in Deutschland ist das Wohnen auf Zeit inzwischen sehr beliebt – sei es für ein Studium, ein Praktikum in einer anderen Stadt, einen längeren Arbeitsaufenthalt oder für Digitale Nomaden. All diesen Zielgruppen ermöglicht diese Immobilienart, unkompliziert und schnell ein neues Zuhause zu finden. Zugleich ist das Zeitwohnen günstiger als ein Hotel und fühlt sich für viele Mieter heimischer an. Außerdem wünschen sich gerade junge Menschen, die mobil arbeiten, inzwischen die gleiche Flexibilität beim Wohnen. In immer mehr deutschen Städten findet man daher Immobilien für das Wohnen auf Zeit.

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Verschiedene Typen des Zeitwohnens


Neben Wohnungen und Zimmern, die generell befristet vermietet werden, ist die Zwischenmiete eine beliebte Form des Zeitwohnens. Diese bietet sich beispielsweise für Wohnungen oder Räume an, die zeitweise leer stehen. Insbesondere für Studierende ist dies ein wichtiges Thema: Dank der Zwischenmiete muss die Wohnung während der Semesterferien oder eines Auslandsaufenthaltes nicht gekündigt werden. Der Mieter überlässt sie stattdessen einem Wohnungssuchenden, der für die Zeit der Zwischenmiete alle anfallenden Kosten trägt. Aber auch Studentenwohnheime oder Apart-Hotels mit Leerständen können von dieser Art des Zeitwohnens profitieren. Neben der Zwischenmiete ist die Untermiete eine wichtige Variante. Dabei mietet der Interessent ein Zimmer von einem anderen Mieter und lebt zusammen mit ihm in der Wohnung. Sowohl Zwischenmiete als auch Untermiete sind jedoch nicht in jedem Mietverhältnis gestattet. Daher gilt es, mit Vorsicht vorzugehen und im Zweifelsfall den Eigentümer der Wohnung zu kontaktieren. Ein Zwischen- oder Untermietvertrag darf dabei nicht fehlen. Eigentümern hingegen steht es im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften frei, ihre Wohnungen auf bestimmte Zeit zu vermieten.

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Geeignete Immo­bilien für das Wohnen auf Zeit


Für das Wohnen auf Zeit kommen normalerweise die folgenden Immobilien in Frage:

  • Ganze Wohnungen,
  • Zimmer in Wohngemeinschaften (WGs),
  • Apartment-Hotels für die tageweise Miete,
  • Pensionen (besonders beliebt bei Handwerkern auf Montage),
  • Studentenwohnheime,
  • Serviced Apartments,
  • Coliving-Immobilien.

Besonders interessant für Investoren ist dabei, dass es neben dem Modell der Zwischenmiete für Studierende sowie den Angeboten für Handwerker auf Montage inzwischen immer mehr Nachfrage von Digitalen Nomaden und Selbstständigen gibt. Denn das mobile Arbeiten ermöglicht es zunehmend, von zuhause aus und damit auch von einer anderen Stadt aus zu arbeiten. Das bedeutet, dass neue Wohn- und Arbeitsformen wie etwa das Coliving oder das Serviced Apartment für anspruchsvolle Business-Reisende sehr beliebt sind.

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Die Zielgruppen für temporäres Wohnen


Alle Menschen, die schnell, kurzfristig oder für eine klar definierte Zeit eine Wohnung oder ein Zimmer benötigen, sind eine mögliche Zielgruppe für das Wohnen auf Zeit. Früher waren es hauptsächlich Studierende und Praktikanten, die diese Möglichkeit genutzt haben. Auch Arbeitnehmer, die für eine absehbare Zeit in einer anderen Stadt tätig sind, haben ein großes Interesse am Zeitwohnen. Dies waren früher vor allem Handwerker und andere Beschäftigte aus der Baubranche, die für die Dauer eines Projektes vor Ort sein mussten. Heute gehören auch Arbeitnehmer anderer Branchen oder Selbstständige zu den Mietern, die sich eine flexibel anmietbare und einzugsfertige Wohnung wünschen. Eine stetig wachsende Zielgruppe sind auch Digitale Nomaden, die dank flexibler Arbeitsmodelle, Home Office und der Cloud überall arbeiten können – und das auch tun. Sie mieten sich gerne mit anderen Gleichgesinnten in einem Coliving Apartment ein. Darüber hinaus können private Gründe für den Wunsch nach einem kurzfristigen Mietvertrag ausschlaggebend sein. Eine Trennung, ein Übergangszeitraum zwischen zwei Mietverträgen oder einfach der Wunsch nach einer Veränderung sind hier Beispiele. Je nach Art der Wohnung sollte diese entsprechend vermarktet werden, um die richtige Zielgruppe anzusprechen.

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Wohnen auf Zeit: Vorteile von Zwischen­miete und Co.


Ein großer Vorteil am Wohnen auf Zeit besteht für Vermieter darin, dass sie so Leerstand vermeiden. Gerade luxuriöse Zeitwohnungen lassen sich problemlos immer wieder vermieten und weisen bei guter Lage auch eine stetige Nachfrage auf. Auch für Übergangszeiträume ist temporäres Wohnen eine gute Option. Darüber hinaus freuen sich viele Vermieter über die Flexibilität, die ihnen das Wohnen auf Zeit bietet: Auf diese Weise können sie ihre Wohnung kurzfristig vermieten oder auch bei spontan gekündigten Mietverträgen direkt neue Mieter finden. Im Vergleich zum klassischen Vermieten handelt es sich also um eine sichere und unkomplizierte Variante. Die Mieter beim Zeitwohnen sind mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit solvent und bekannte Probleme wie Mietnomaden sind selten. Zu guter Letzt bringt das Wohnen auf Zeit eine hohe Rendite: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der jeweiligen Immobilie und die Miete einer möblierten Wohnung darf auch deutlich über dem Mietspiegel liegen.

Zwar müssen nicht alle Wohnungen auf Zeit zwingend mit Möbeln ausgestattet sein, allerdings ist dies eher die Regel. Gerade bei einem begrenzten Aufenthalt wollen die Mieter direkt einziehen, ohne sich um die Einrichtung sorgen zu müssen. Früher waren Zeitwohnungen eher zweckmäßig und mit den nötigsten Möbelstücken ausgestattet, wie man es etwa aus Studentenwohnheimen kennt. Inzwischen geht der Trend jedoch hin zu mehr Gemütlichkeit und Individualität. Die Zielgruppen sind bereit, für eine schön eingerichtete Wohnung Preise zu zahlen, die deutlich über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Daher gehören zum möblierten Wohnen häufig Designermöbel, Extras wie ein Smart-TV und auch ein komfortabler Arbeitsplatz, der sich als Home Office eignet. Schnelles WLAN ist ebenfalls ein Muss. Vermieter sollten darauf achten, beim Einzug des Mieters auf Zeit den Zustand der Möbel und anderer Einrichtungsgegenstände im Übergabeprotokoll zu dokumentieren.