PROPTECH


Die Möglichkeit, digital zu kommunizieren und zunehmend auch digital Dienstleistungen zu erbringen, hat sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Immobilienwelt drastische Auswirkungen. In der Immobilienbranche ermöglicht die Property Technology (kurz PropTech) es, Geschäftsbeziehungen zwischen Personen, aber auch zwischen Unternehmen und Privatpersonen unmittelbarer und unkomplizierter abzuwickeln. Dies bedeutet für Immobilienmakler, dass sich ihre Arbeitsbedingungen ändern. Zugleich eröffnet der PropTech-Trend viele neue Möglichkeiten für die Digitalisierung der Immobilienbranche: Dazu gehören auch finanzielle Aspekte wie etwa das Angebot, online mit wenigen Klicks einen Kredit abzuschließen.

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PropTech und der Immobilienmarkt


Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Digitalisierung sowie neue Arbeitsumfelder dank der Cloud sind nur einige der Trends im Jahr 2019, die dazu führen, dass es auch in der Immobilienbranche immer mehr Start-ups gibt. Sie kombinieren die klassische Immobilienwirtschaft mit moderner Technik und ermöglichen es so zum Beispiel, ganz unkompliziert eine Wohnung, ein Zimmer oder ein Haus zu finden. Die Wirkung auf den Immobilienmarkt sind zunächst einmal disruptiv. Zugleich bietet die Digitalisierung des Immobilienmarktes aber sowohl für Verbraucher als auch für Anbieter viele Chancen: Die Bereitschaft, in Digitalisierung zu investieren, zahlt sich in Form einer beschleunigten Entwicklung und investitionsbereiten Kunden aus. Insbesondere Digitale Nomaden oder Personen, die am Wohnen auf Zeit interessiert sind, suchen inzwischen hauptsächlich im Internet nach Immobilien. Wenn ein Makler oder ein Unternehmen durch ein modernes, attraktives und leicht zu bedienendes Angebot hervorsticht, kann es diese Zielgruppe schnell von sich überzeugen. Für die Kunden ist PropTech eine unkomplizierte Möglichkeit, schnell und sogar international einen Wohnraum zu finden.

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Gegensatz zur klassischen Immobilienwirtschaft


Trotz einer Tendenz zum PropTech ist der Immobilienmarkt in Deutschland nur zu einem kleinen Teil digitalisiert (Stand 2019). Sowohl Mieter als auch Käufer von Objekten bevorzugen es nach wie vor, mit einem Makler in Kontakt zu treten, um sich persönlich verschiedene Wohnungen zeigen zu lassen. Die Auswahl einer Immobilie allein anhand von Daten und Fotos ist noch nicht sehr verbreitet. Die klassische deutsche Immobilienwirtschaft arbeitet außerdem mit Verträgen auf Papier. Diese verlangen nach einer Unterzeichnung in Person und sind oft wenig flexibel. Genau hier setzen digitale Immobilienunternehmen an: Sie bieten flexible, auch für Ausländer leicht verständliche und oft sogar auf Englisch verfügbare Mietverträge, die sich online unterzeichnen lassen. Gerade für die wachsende Zielgruppe an Digitalen Nomaden und jungen Selbständigen ist dieses Geschäftsmodell sehr attraktiv.

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Bereiche für PropTech


Aber nicht nur bei der Vermittlung von Immobilien an Kunden, sondern auch bei der alltäglichen Organisation von Unternehmen aus der Immobilienbranche helfen Property Technologies. Denn anstatt Verträge auszudrucken, Immobilien in Excel-Tabellen zu organisieren oder gar eine komplizierte Ordnerwirtschaft zu führen, ist es dadurch möglich, dafür praktische und moderne Software zu nutzen. Diese kann auch dabei helfen, potenzielle Mieter zu überprüfen, die Verwaltung von vorhandenen Immobilien im Blick zu behalten und die Kommunikation zwischen Immobilienverwaltung und Mietern zu vereinfachen. Im Bereich PropTech gibt es neben der Verwaltung auch die folgenden Möglichkeiten:

  • Construction Management Technology zum Bauen neuer Gebäude,
  • Facility Management zur Bewirtschaftung von Immobilien,
  • Portfolio Management zum vereinfachten Investieren in Immobilien und Vermögenswerte,
  • Home Service für Mieter,
  • Indoor Mapping zur Erstellung von virtuellen Modellen von Immobilienobjekten.
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Auswirkungen der Digitalisierung der Immobilienbranche


Die Digitalisierung der Immobilienwelt führt unter anderem dazu, dass Unternehmen effizienter und mit einer höheren Rendite arbeiten können. Vor allem in schnell wachsenden Städten dürfte PropTech einen wichtigen Trend darstellen, was für klassische Immobilienunternehmen mit finanziellen Einbußen verbunden sein könnte. Zugleich müssen Investoren bei PropTech das vorhandene Risiko stets gut abwägen und sollten sich nicht vorschnell von einem Rentabilitätsversprechen verführen lassen. Neben Technologie spielt aber auch Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der Immobilienbranche: PropTechs können durch ihr agiles und flexibles Arbeiten besonders gut und schnell auf verschiedenste Umstände reagieren. Sie richten sich an die Bedürfnisse der jungen Generation und können die Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung daher dynamisch erfüllen, was sowohl für lokale Regierungen als auch für die Kunden positiv ist. Über kurz oder lang werden Immobilienunternehmen daher ohne den Einsatz von PropTech Schwierigkeiten haben, weiterhin rentabel zu arbeiten.

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Die Entwicklung von PropTech


In Deutschland begann der Trend rund um die PropTech-Szene im Jahr 2013. Zwar gab es damals bereits die auch heute bekannten Immobilienplattformen, aber abgesehen von dieser digitalen Übersicht verlief das Immobiliengeschäft komplett analog. Im Jahr 2019 gab es knapp 300 PropTech-Unternehmen in Deutschland – eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2016. Dabei spielte auch das Bestellerprinzip eine wichtige Rolle, das der Gesetzgeber im Jahr 2015 eingeführt hat: Es besagt, dass beim Vermieten von Immobilien stets der Besteller den Makler bezahlen muss. In den meisten Fällen ist das der Vermieter. Um sich nun Maklerkosten zu sparen, sind Real-Estate-Start-ups und PropTech eine gute Lösung. Allerdings gibt es trotz der bereits stattgefundenen Entwicklung noch viel Luft nach oben. Wer als Immobilienunternehmen schon jetzt in Property Technology investiert, befindet sich auf einem zukunftsträchtigen Weg und kann sich früh auf einem wachsenden Markt positionieren.